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Bioenergiedörfer ausgezeichnet

15. November 2012
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Energie & Technik

Als „Bioenergiedörfer 2012“ hat Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, die Dörfer Schlöben (Thüringen), Oberrosphe (Hessen) und Großbardorf (Bayern) ausgezeichnet. Mit ihren ganzheitlichen Konzepten, innovativer Technik, dem effizienten Umgang mit Ressourcen und überdurchschnittlichem bürgerschaftlichen Engagement konnten die drei Orte die Jury des Wettbewerbs überzeugen. Bei der Preisverleihung im Rahmen der „BioEnergy Decentral“, einer Fachmesse für technologische Entwicklungen rund um die dezentrale Energieversorgung, dankte Bleser in Hannover allen Dörfern und Gemeinden, die sich für die lokale Bioenergienutzung engagieren und betonte die beeindruckenden Leistungen der Akteure und Bürger vor Ort. „Wer in Bioenergie investiert, investiert in die Zukunft. Dafür werden alle Akteure gebraucht, die Land- und Forstwirte, die Gemeindeverwaltungen, die Gewerbetreibenden und natürlich die Bürgerinnen und Bürger aus den ländlichen Räumen.“
Voraussetzung für die Teilnahme am Wettbewerb „Bioenergiedorf 2012“ war, dass die Orte und Gemeinden mehr als die Hälfte ihres Energiebedarfs aus regionaler Biomasse erzeugen. Die Bioenergiedörfer sind damit Vorbilder für den Gedanken der regionalen Wertschöpfung durch Biomasse. „Am Ende sind nicht nur die drei Bioenergiedörfer 2012 Gewinner, sondern die nachhaltige Energieerzeugung aus Biomasse insgesamt. Biomasse ist ein nachwachsender und klimafreundlicher Energieträger, der mit kurzen Wegen überzeugt. Die Bioenergiedörfer tragen dazu bei, die von der Gesellschaft getragene Energiewende auf lokaler Ebene erlebbar zu machen“, sagte Bleser. Außerdem eröffnet die Versorgung mit regionaler Energie gute Chancen für eine positive Entwicklung des ländlichen Raums. „Häufig ist das Projekt Bioenergiedorf der erste Schritt zu einer aktiven und selbstbewussten Dorfgemeinschaft, die weitere Projekte umsetzt. Das hilft der wirtschaftlichen Entwicklung des ländlichen Raumes und ist zweifellos ein wichtiger Schritt zur Daseinsvorsorge“, betonte Bleser.
Die Konzepte aus Schlöben, Oberrosphe und Großbardorf überzeugten die Jury mit land-, forst- und energiewirtschaftlichem Engagement und gesellschaftlichem Einsatz. Außerdem treten die drei Kommunen als Multiplikatoren auf, die ihre Energiekonzepte in der Öffentlich­keit bekannt machen und damit Vorbehalte gegen regionale Energieversorgungskonzepte auf der Basis von Biomasse abbauen. Dieses Engagement der drei Orte wurde mit einem Preisgeld von jeweils 10.000 Euro prämiert. Seit der ersten Auszeichnung von Bioenergie­dörfern im Jahr 2010 macht die Idee, den Großteil der benötigten Energie vor Ort zu er­zeugen, in Deutschland Schule: Mittlerweile haben sich zahlreiche Kommunen auf den Weg zum Bioenergiedorf begeben. Von Ende 2010 bis heute stieg die Zahl solcher Dörfer nach Angaben der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) von 100 auf über 250.