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Orangensaft bessere Carotinoid-Quelle

24. April 2016
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Essen & Trinken
Gesundheit & Soziales

Aus pasteurisiertem Orangensaft werden doppelt soviele Carotinoide aufgenommen wie aus handelsüblichen Orangen. Das ist das Ergebnis einer Humanstudie, das Wissenschaftler der Universitäten Stuttgart und Ulm jüngst veröffentlichten.

Vor allem in den ersten Monaten des Jahres sind Orangen sehr beliebt. Sie liefern reichlich Vitamin C, aber auch Carotinoide (Provitamin A), Antioxidantien, die den Körper vor oxidativem Stress schützen sollen und damit vermutlich zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen beitragen können.

Wissenschaftler der Universitäten Ulm und Stuttgart hatten vor einem Jahr Ergebnisse einer in-vitro-Studie veröffentlicht, die die Vermutung nahelegten, Carotinoide könnten besser aus Orangensaft aufgenommen werden als aus frischen Orangen. Jetzt testeten sie ihre Hypothese in einer Humanstudie. „In der Humanstudie hat sich unsere Hypothese aus der in vitro-Studie voll bestätigt. Orangensaft ist eine bessere Carotinoid-Quelle als eine Orange“, so die Aussage des Doktoranden Julian Aschoff in einer Pressemitteilung der Universität Hohenheim. „Bei unseren Untersuchungen konnten wir feststellen, dass aus pasteurisiertem Orangensaft ungefähr doppelt so viele Carotinoide aufgenommen werden wie aus einer handelsüblichen Orange.“

Prof. Reinhold Carle, der Initiator der Studie, vermutet, die Ursache liege an der Herstellung des Saftes. Bei der Produktion werden Ballaststoffe wie Pektin oder auch Cellulose teilweise abgetrennt. Diese Stoffe hemmen die Absorption von Carotinoiden während der Verdauung. In der unverarbeiteten Orange seien mehr Ballaststoffe enthalten. In Maßen konsumiert, also ein Glas mit 200 ml pro Tag, könne Orangensaft zu einer gesunden Ernährung beitragen, vermuten die Forscher.