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Dicker nach der Hochzeit?

10. Juli 2015
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(aid) In einer Ehe ist das Leben nicht unbedingt leichter. Auch wenn Paare bewusster und wahrscheinlich auch ausgewogener essen, haben sie häufig ein höheres Körpergewicht als Singles und treiben weniger Sport. Das lässt eine Studie der Universität Basel und des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung vermuten, für die in neun europäischen Ländern der Körpermassenindex (BMI) mit dem Familienstand in Bezug gesetzt wurde. (Foto: Copyright daisy sunshine - www.fotolia.com)

Der BMI beschreibt das Verhältnis von Körpergewicht zur Körpergröße und gilt als Orientierung für das "Sollgewicht" eines Erwachsenen. Ein als "normaler" BMI angesehener Wert liegt zwischen 18,5 bis 24,9. Ab 25 spricht man von Übergewicht, ab 30 von Adipositas. Die Wissenschaftler werteten Daten von 10.226 Bürgern aus Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Polen, Russland, Spanien und Großbritannien aus; wobei nicht nur Eheleute, sondern auch zusammenlebende Paare beteiligt waren. Zusätzlich machten die Probanden in Interviews Angaben zu ihren Ernährungs- und Lebensgewohnheiten.

Wer in einer Beziehung lebt, wird bequem und verbringt mehr Zeit auf dem Sofa statt im Fitnessstudio...offenbar ist an diesem Klischee etwas Wahres dran. Nach der aktuellen Studie hängen die Ehe und damit verbundene Verhaltensänderungen nämlich direkt mit dem Körpergewicht zusammen: Paare hatten im Vergleich zu Alleinstehenden, die nie verheiratet waren, einen höheren BMI. Bei Single-Männern lag er bei durchschnittlich 25,7, bei Verheirateten bei 26,3. Bei den Frauen lag der Durchschnittswert der Alleinstehenden bei 25,1, der Ehefrauen bei 25,6. Die Unterschiede sind allerdings sehr gering, geben die Wissenschaftler zu bedenken. Dennoch würden sie bei einer Frau mit 1,65 m und einem Mann mit 1,80 m Körpergröße immerhin etwa 2 Kilogramm ausmachen. Die Ergebnisse waren unabhängig von sozioökonomischem Status, Alter und Nationalität.

Eine Ehe bringt vielschichtige Veränderungen mit sich, die sich positiv oder negativ auf die Ernährungs- und Lebensweise auswirken können. Nur einige wenige Faktoren wurden untersucht, sodass weitere Untersuchungen notwendig sind, um diese These zu untermauern - an dieser Wissenschaftsfront also nichts Neues. So bevorzugen Paare nach eigenen Angaben eher regionale und unbehandelte Produkte und meiden Fertigprodukte. Wenn Männer in einer Beziehung leben, legen sie mehr Wert auf biologische und fair gehandelte Lebensmittel. Sie ernähren sich bewusster und wahrscheinlich auch gesünder, treiben aber auch weniger Sport. Leichter ist es, wenn man gemeinsam den Schweinehund überwindet, mehr Bewegung in den Alltag einbaut oder zu zweit eine neue Sportart anfängt. Oder die Liebe hält einfach die durchschnittlichen zwei Kilogramm aus und solange sie nicht gestorben ist, lebt man gut damit. Ende.

Heike Kreutz und Harald Seitz, www.aid.de