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Insektenstich: Wenn das Immunsystem verrückt spielt

03. September 2016
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Jetzt summt es wieder wie verrückt im Garten und auf der Terrasse: Bis Ende September sind Bienen und Wespen noch richtig aktiv. Ein Stich von diesen Insekten kann gefährlich sein. So erkennen Sie Anzeichen einer Allergie:

Das wichtigste ist, die ersten Anzeichen eines anaphylaktischen Schocks ernst zu nehmen und schnell zu handeln, also den Notruf 112 anzurufen.

Die Symptome für einen allergischen Schock werden in vier Schwergegrade unterteilt. Sie müssen jedoch nicht zwingend in der beschriebenen Reihenfolge aufteten. Einige Allergiker entwickeln außerdem nur einen Teil der genannten Symptome.  

Grad 1: • Hautausschlag an verschiedenen Körperstellen • Juckreiz • Schwellung der Unterhaut • Angst 

Grad 2: Symptome wie Grad 1, zusätzlich: • Schwellungen nicht nur an der Stichstelle • Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe, Durchfall • Fließschnupfen, Heiserkeit, Atemnot • Schneller Herzschlag, Blutdruckabfall • Schwindel

Grad 3: Symptome wie Grad 1 und 2, zusätzlich • Pfeifende Atmung, Atemnot, Kehlkopfschwellung • Schluck- und Sprechbeschwerden • Blässe, kalter Schweiß • Bläuliche Verfärbung von Haut, Lippen, Schleimhäuten, Fingernägeln • Benommenheit • Schwäche • Todesangst  

Grad 4: Symptome wie Grad 1-3, zusätzlich: • Inkontinenz • Kollaps • Bewusstlosigkeit • Atem- und Kreislaufstillstand

Im Zweifelsfall klärt ein Besuch beim Facharzt, ob eine Allergie gegen Insektengift vorliegt. Ein speziell dafür ausgebildeter HNO-, Haut-, Lungen- oder Kinderarzt entscheidet nach einem ersten Gespräch, ob ein Allergietest sinnvoll ist. Dieser kann als Haut- oder Bluttest durchgeführt werden. Beim Hauttest, dem sogenannten Pricktest, wird eine geringe Menge an Insektengiftlösung auf die Haut getropft und in die oberste Hautschicht gestochen. Quaddeln und Juckreiz an der Einstichstelle bestätigen die Insektengiftreaktion. Werden beim Bluttest Antikörper auf Bienen- oder Wespengift festgestellt, handelt es sich ebenfalls um eine Allergie. Ist die Diagnose eindeutig, verschreibt der Arzt Notfallmedikamente, die der Betroffene immer bei sich führen sollte.

Hyposensibilisierung ist die einzige Therapie

Eine Allergie-Impfung, die sogenannte Hyposensiblisierung, ist die einzige Therapieform, mit der die Ursache einer Insektengiftallergie erfolgreich behandelt werden kann. Dem Betroffenen wird dabei in regelmäßigen Abständen drie bis fünf Jahre lang das allergieauslösende Insektengift injiziert, um den Körper an das Allergen zu gewöhnen.

 Studien zeigen, dass bei neun von zehn Patienten das Immunsystem nach der Allergie-Impfung wieder normal reagiert.