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These: Rente mit 63 fördert das Altern

23. November 2014
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Gesundheit & Soziales

Der nachgewiesene Zusammenhang zwischen geistiger und körperlicher Inaktivität und Alterserkrankungen lässt darauf schließen, dass die Rente mit 63 als ein wesentlicher Faktor für einen beschleunigten Alterungsprozess mit katastrophalen gesundheitlichen Folgen zu betrachten ist. Zu diesem Schluss kamen Experten in der Sitzung des Zukunftskreises „Gesundheit & Alter“ in Frankfurt unter Leitung von Prof. Dr. Christian E. Elger. Die Teilnehmer diskutierten auf Basis eines Vortrags des angesehenen Alternsforscher Prof. Dr. Björn Schumacher über die Ursachen des Alterns.

Eine weitere These: Auch aus volkswirtschaftlicher Sicht wäre Frühverrentung eine fehlgeleitete Politik mit absurden Folgen: „Die so genannte Demenzkatastrophe wird die Kosten der Klimakatastrophe übertreffen“ betont der Direktor der Klinik für Epileptologie der Universität Bonn Prof. Dr. Elger. Weiter fördert sie Schwarzarbeit, da zwangsverrentete Personen nach anderen Arbeitsmöglichkeiten suchen. Doch auch die Eigenverantwortung darf nicht unterschätzt werden, hebt Prof. Dr. Schumacher hervor:  „Wir sind zwar mit unseren Genen geboren, aber was wir daraus machen, hängt von unserem aktiven Lebensstil von jung bis alt ab“.

Aus der Diskussion wurden folgende Thesen abgeleitet:

1. Die Alterung des Organismus wird durch unsere Gene reguliert.

2. Die jetzige Langlebigkeit führt durch Schäden im Genom zu erheblichen Problemen, die zu einem massiven Anstieg bestimmter Erkrankungen im Alter führen.

3. Die Auswirkungen der Alterserkrankungen haben für alle Volkswirtschaften unkalkulierbare dramatische Auswirkungen.

4. Unsere heutige Langlebigkeit wurde durch eine Verbesserung verschiedener Umweltbedingungen erreicht.

5. Ziel muss es sein, Krankheiten im Alter zu verhindern, und nicht die entstandenen zu behandeln.

6. Der wichtigste beeinflussbare Faktor für gesundes Altern ist ein gesunder Lebensstil (Bewegung, Ernährung usw.)

7. Er beginnt bereits in jungem Alter mit Bildung und Ausbildung was zu einer Vergrößerung des Hirnvolumens führt.

8. Eine Eigenverantwortung für einen gesunden Lebensstil wird von der Bevölkerung nicht in genügendem Maße wahrgenommen.

9. Die richtige Beeinflussung des Lebensstils kann auf der Gesundheits- und Pflegeseite Milliarden einsparen.

10. Eine frühe Verrentung, die sich nicht an den Möglichkeiten des Einzelnen orientiert, widerspricht dem aktiven Lebensstil, der notwendig für gesundes Altern ist. Dies ist gut gemeinte, aber fehlgeleitete Politik.