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Bienen schützen: Neonics bald verboten?

19. April 2018
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Natur & Umwelt

Seit Jahren stehen bestimmte Neonicotinoide, kurz Neonics, in der Kritik. Für bestäubende Insekten wie Bienen und Hummeln sind sie gefährlich. Das hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) Ende Februar offiziell bestätigt. Die EU-Kommission will die Pflanzengifte daher europaweit von Äckern verbannen. Die Bundesregierung will ein Verbot offenbar unterstützen.

Konkret geht es um die Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam mit denen etwa Kartoffelkäfer oder Drahtwurm auf dem Acker bekämpft werden. Bestäuberinsekten wie Bienen und Hummeln können die Substanzen mit Blütenpollen, Nektar, Staubdrift während der Aussaat/Ausbringung von behandeltem Saatgut sowie Wasser aufnehmen. Studien zeigen, dass die Nervengifte das Verhalten der Bienen negativ beeinflussen und das Volk schwächen können. Bienen verlieren etwa die Orientierung, auch die Fortpflanzungsfähigkeit kann beeinträchtigt sein.

Frankreich hat bereits letztes Jahr im nationalen Alleingang ein Verbot verabschiedet. Nach dem Gutachten der Efsa stimmt jetzt der EU-Fachausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel am 27. April über eine Einschränkung der Wirkstoffzulassung ab. Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) will den Vorschlag der Kommission unterstützen, wonach die drei Pestizide für alle Kulturen im Freiland verboten werden sollen. Sie wären dann nur noch im Gewächshaus erlaubt. 

Neonics werden häufig als Beizmittel für Saatgut verwendet, etwa bei Rübensaat. Im Kartoffelanbau bekämpfen sie den Kartoffelkäfer, Hopfenbauern setzen sie gegen Erdflöhe und andere Fraßschädlinge ein.