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Eintagsküken müssen weiterhin sterben

24. Februar 2015
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Männliche Küken dürfen weiterhin gleich nach der Geburt in großem Stil getötet werden. Foto: N. Galliwoda

Der nordrhein-westfälische Verbraucherschutzminister Johannes Remmel hat die Urteile des Verwaltungsgerichts in Minden in den Musterverfahren zum Verbot der systematischen und massenhaften Tötung männlicher Eintagsküken kritisiert. "Tiere sind keine Abfallprodukte", sagte Minister Remmel. "Es darf nicht sein, dass aus reinen wirtschaftlichen Gründen jedes Jahr 50 Millionen Eintagsküken ohne triftigen Grund vergast und geschreddert werden, nur um die Gewinnspanne bei den Unternehmen zu erhöhen", so Minister Remmel. "Wir halten das Urteil für falsch und werden deshalb Berufung vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster einlegen, um ein Grundsatzurteil für mehr Tierschutz zu erhalten. Das Gericht selbst hat diese Möglichkeit eröffnet, weil der Rechtsstreit von grundsätzlicher Bedeutung sei. Das begrüßen wir." Zugleich forderte Minister Remmel den Bund auf, endlich das Tierschutzgesetz entsprechend zu ändern. "Tierschutz hat Verfassungsrang, doch der aktuelle Fall zeigt, dass es nicht umgesetzt werden kann. Der Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hatte stets betont, dass er die Praxis des millionenfachen Tötens von Eintagsküken ablehne. Nun muss er handeln und zur Klarstellung ein Verbot der Tötung männlicher Eintagsküken in das Bundes-Tierschutzgesetz aufnehmen. Macht er das nicht, setzt er die Tradition seiner Vorgängerin als Ankündigungsminister fort".

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