Back to top

Aluminium im Essen

20. Juni 2017
 | 
Essen & Trinken
Gesundheit & Soziales

Wenn Essen in unbeschichteten Alu-Menüschalen warmgehalten wird, kann das Leichtmetall in die Speise gelangen. Das hat ein Forschungsprojekt des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) gezeigt.

Das BfR-Forschungsprojekt untersuchte der Übergang von Aluminiumverbindungen aus vier unbeschichteten Aluminiummenüschalen, in denen sich Sauerkrautsaft, Apfelmus und passierte Tomaten befanden. Die Lebensmittel wurden nach dem so genannten Cook&Chill-Verfahren zubereitet. Dabei werden Speisen heiß abgefüllt, schnell abgekühlt, kühl gelagert und wieder erhitzt. Bis das Essen auf den Tisch kommt, werden die Aluschalen üblicherweise einige Zeit warm gehalten.

Das Ergebnis: In allen Proben wurde nach dem Warmhalten der Grenzwert für Aluminium von 5 Milligramm (mg) Aluminium je Kilogramm Lebensmittel erheblich überschritten. Obwohl es nur vier Proben waren, geht das BfR davon aus, dass die Freisetzung von Aluminiumionen aus den unbeschichteten Menüschalen materialspezifisch ist und die Ergebnisse deshalb allgemein zutreffend sind. Weitere Untersuchungen mit salzhaltigen Lebensmitteln sind geplant.

Das Ergebnis hat Gewicht, denn nach Einschätzung der Behören wird die wöchentlich duldbare orale Aufnahmemenge (tolerable weekly intake, TWI) von 1 Milligramm (mg) Aluminium je Kilogramm Körpergewicht bei einem wesentlichen Teil der Bevölkerung wahrscheinlich bereits überschritten. Bedeutende orale Quellen für Aluminium sind pflanzliche Lebensmittel und Trinkwasser. Aluminiumkochgeschirr spielt eine eher untergeordnete Rolle - außer es werden darin saure und salzhaltige Lebensmittel zubereitet.

Laut den BfR-Messergebnissen würde ein Erwachsener bei täglichem Verzehr von 200 g sauren Lebensmitteln aus unbeschichteten Aluminiumschalen in einer Woche etwa 0,5 mg Aluminium je Kilogramm Körpergewicht zusätzlich aufnehmen. Aus Sicht des BfR erhöht sich damit die Wahrscheinlichkeit, dass der tolerierbare Wert (TWI) überschritten wird deutlich. Gesundheitliche Folgen seien daraus zwar nicht zwangsläufig abzuleiten, das BfR empfiehlt jedoch, jede zusätzliche Aluminiumaufnahme zu minimieren. Dies gilt vor allem für Kinder oder Senioren, die unter Umständen täglich im Rahmen der Gemeinschafts- oder Außer-Haus-Verpflegung warmgehaltene Speisen aus unbeschichteten Aluminiummenüschalen essen.

Ein Großteil des aufgenommenen Aluminiums wird bei gesunden Menschen über die Niere ausgeschieden. Nicht ausgeschiedenes Aluminium kann sich im Laufe des Lebens vor allem in der Lunge und dem Skelettsystem anreichern.

Mehr Informationen gibt’s auf der Seite des BfR über diesen Link.