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Nahrungsergänzung meist unnötig

25. März 2017
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Essen & Trinken
Gesundheit & Soziales

Jeder dritte Bundesbürger kauft Vitamin- und Mineralstoffpräparate oder andere Nahrungsergänzungsmittel. Dabei sind diese meist überflüssig.

„Grundsätzlich braucht in Deutschland niemand Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen“, sagt Professor Helmut Heseker vom Institut für Ernährung, Konsum und Gesundheit der Universität Paderborn. Nur in den seltensten Fällen sei eine Nahrungsergänzung notwendig. Oft besteht laut Heseker sogar ein Problem der Überversorgung.

Beispiel Magnesiumpräparate: Hier seien 64 Prozent der Produkte überdosiert. Magnesiumpräparate werden besonders gerne gekauft. Wer mehr als die empfohlenen 250 mg zu sich nimmt, riskiert Magen-Darm-Beschwerden und Durchfälle. Der gefundene Spitzenwert lag bei 1.163 mg.

Die Verbraucherzentrale kritisiert, dass in Deutschland keine Regelungen für den Verkauf von Nahrungsergänzungsmitteln existieren. Sie fordert die Politik auf, zunächst eine Höchstmengenregelung und eine Positivliste zu erarbeiten; langfristig müsse ein nationales Zulassungsverfahren eingerichtet werden.

Wer eine unabhängige Informationsquelle zum Thema Nahrungsergänzungsmittel sucht, kann im Internet die neu eingerichtete Website der Verbraucherzentrale besuchen. Sie bietet Informationen per Mausklick und darüber hinaus die Möglichkeit, Experten zu befragen oder Produkt-Beschwerden einzureichen.