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Bio-Bilanz 2106: Ein gutes Jahr

25. Februar 2017
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Geld & Wirtschaft
Natur & Umwelt

Der Dachverband der deutschen Biobranche BÖLW präsentierte zum Auftakt der Nürnberger Biofach-Messe gute Zahlen zum Biolandbau: Demnach entschieden sich laut BÖLW Report 2016 jeden Tag etwa fünf Landwirte dafür, auf Bio umzustellen. Fast jeder zehnte Landwirtschaftsbetrieb in Deutschland wirtschaftet jetzt ökologisch.   

Es gibt jetzt 2119 Biobauern mehr in Deutschland  - ein Plus von 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Somit setzt sich der positive Trend von 2015 fort. Der heimische Biolandbau gewinnt damit 96.000 Hektar dazu. Zum Vergleich: Das entspricht in etwa der Fläche von Rügen oder einem Drittel vom Saarland.

Insgesamt 1,18 Millionen Hektar werden nun ökologisch bewirtschaftet. "Nicht schlecht, aber noch weit entfernt vom 20-Prozent-Ziel der Bundesregierung", heißt es beim Anbauverband Bioland. Denn der Flächenanteil des Biolandbaus in Deutschland liegt erst bei 7,1 Prozent. "Da fehlen noch zwei Millionen Hektar. Geht es in dem Tempo weiter, dauert es noch mindestens 20 Jahre bis zum Etappenziel".

Verbraucher geben zehn Prozent mehr für Bio aus

Die meisten der neuen Biobauern haben sich laut Bioland für EU-Bio entschieden. Verbindlich ist für sie die EU-Ökoverordnung und nicht die zum Teil strengeren Vorschriften der Bioanbauverbände. Fast 30 Prozent der Neulinge - 626 Betriebe - wollen ihre Lebensmittel aber mit dem Bioland-Logo vermarkten - ein Rekord. Unter den Anbauverbänden hat Bioland damit den größten Zulauf und kommt nun auf 6861 Mitglieder, ein Anstieg der Mitgliederzahl um zehn Prozent in nur einem Jahr. Die übrigen Anbauverbände wie Naturland und Demeter kommen zusammen auf 354 neue Betriebe. Mehr als die Hälfte der nun fast 27.000 deutschen Biobauern gehört einem Anbauverband an.

Dass so viele Landwirte umgestellt haben, lag nach Einschätzung des Anbauverbandes Bioland auch an den schlechten Preisen auf dem konventionellen Markt. Vor allem für Milch, aber auch für Rind- und Schweinefleisch. "Viele Betriebe empfinden eine wirtschaftliche Perspektivlosigkeit", so Bioland-Präsident Jan Plagge. Denn neben der Zahl der Betriebe, die umstellen, gibt es noch eine andere Zahl, und die ist besorgniserregend: Jeden Tag verlor Deutschland im vergangenen Jahr etwa 13 landwirtschaftliche Betriebe. Meistens Milchbauern, die wegen der niedrigen Milchpreise nicht mehr über die Runden kamen.

Aber auch unter den Milchbauern setzten einige darauf, mit Bio auf dem Markt besser bestehen zu können. So gingen zum Beispiel 219 Milchbauern zu Bioland. Damit gibt es jetzt 1790 Bioland-Milchviehhalter und 81.000 Bioland-Milchkühe - 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Für 14.200 Kühe bedeutet das, dass sie nun erstmals ein Recht auf mehr Platz im Stall und Auslauf ins Freie haben. Und die gute Nachricht für Verbraucher: Es gibt künftig mehr regionale Bio-Milch.

Dass sie auf ihren Produkten sitzenbleiben könnten, müssen Biobauern nicht befürchten - im Gegenteil. "Jahrelang waren wir in Deutschland mit heimischen Bioprodukten unterversorgt und mussten importieren", erklärt Bioland-Präsident Plagge. Zum Teil sei das noch immer so. Denn die Nachfrage nach Bio wächst schneller als die Anbaufläche. So legte auch 2016 der Umsatz mit Biolebensmitteln weiter zu. Fast zehn Milliarden Euro gaben die Verbraucher für Bio aus - zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders gefragt waren nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft AMI Milch, Geflügel und Speiseöle. Aber auch der Absatz von Fleisch und Eiern steigt.