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Freiwilliger Verzicht: Pestizidfreie Kommunen

08. Januar 2018
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Natur & Umwelt

Auf öffentlichen Wegen, Parkplätzen und Sportplätzen ist der Einsatz von Pestiziden üblich. Doch es tut sich was in Deutschland. Mehr als 100 Städte und Gemeinden haben den Einsatz von Pestiziden, oder mindestens Glyphosat, auf öffentlichen Flächen verboten. Gehört Ihre Stadt dazu? Schauen Sie doch gleich mal nach.  

Göttingen und Saarbrücken sind schon seit 20 Jahren dabei, Bremerhaven und die Gemeinde Bernau am Chiemsee machen mit und außerdem mehr als 100 weitere Städte und Gemeinden vom Norden bis in den Süden Deutschlands: Sie haben sich dafür entschieden, keine Pestizide bzw. Glyphosat mehr in der Grünflächenpflege einzusetzen. Wer alles mitmacht, sehen Sie auf dieser interaktiven Karte, die der Bund Naturschutz (BUND) angelegt hat.

Ihre Stadt oder Gemeinde hat das auch beschlossen, fehlt aber auf der Karte? Über die BUND-Seite erreichen Sie ein Meldungsportal. Nach der Prüfung des Sachverhaltes wird die Onlinekarte entsprechend aktualisiert.

  Und wie kann das in der Praxis klappen?

Der Weg dahin führt unter anderem über ein verändertes Schönheitsideal. Wie "ordentlich" muss eine Fläche aussehen? Davon hängt im Wesentlichen der Einsatz von Pestiziden ab. Wege mit fließenden Übergängen statt schnurgeraden Kanten, Gräser und Kräuter auf öffentlichen Flächen. Ein Mix aus intensiver und extensiver Pflege - etwa eine wilde Blumenecke im akkuraten Rasenteppich - kann schön aussehen, steigert den Erlebniswert und die innerstädtische Biodiversität. 

Statt Pestiziden kommen bei Bedarf mechanische Verfahren wie Mähen, Handarbeit oder spezielle Wildkrautbürstenmaschinen zum Einsatz.  

Unerwünschte Pflanzen auf und an Wegen, Plätzen und Straßen können durch starke Hitzeeinwirkung abgetötet werden. Neben Abflamm- und Infrarotgeräten gibt es etwa auch Maschinen, die mit heißem Schaum oder heißem Dampf arbeiten. Solche Geräte verbrauchen allerdings viel Strom - und sie sind teuer. Daher kommen häufig spezielle Werkzeuge, etwa Kehrmaschinen mit speziellen Radialbesen mit harten Borsten aus Kunststoff oder Metall, Fugenkratzer, Absaugsysteme, Mähgeräte und Freischneider zum Einsatz.

Mehr Infos und Handlungsanleitungen gibt es unter anderem hier,