10.1.2017

Bio-Öle aus Deutschland

Essen & Trinken
Bio-Öle aus Deutschland
Die winzigen Samen der Nachtkerze enthalten ein wertvolles Öl. Copyright: Berty - www.fotolia.de · www.fotolia.de

Warum ist das so? Raps braucht viel Stickstoff zum Wachsen und ist anfällig für Pilzbefall. Zudem ist Raps bei Schnecken beliebt. Neben Schädlingen und Krankheiten vergrößert die lange Kulturdauer das Ertragsrisiko. Wer Raps ökologisch anbaut, erntet im Schnitt 50 Prozent weniger als mit konventionellen Anbaumethoden.

Bemerkenswert ist das regionale Engagement für andere Ölsaaten einzelner deutscher Bioölmühlen. Eine davon ist die Bio Planète Ölmühle Moogaus dem sächsischen Lommatzsch. Für die Inhaberin der Ölmühle Judith Faller-Moog ist es ein Herzensanliegen, so viele heimische Rohstoffe wie möglich zu verarbeiten. Damit will sie hiesigen Biolandbäuerinnen und Biobauern eine langfristige Perspektive bieten. Die Produktreihe "Aus meiner Heimat" reicht von Rapsöl, Sonnenblumenöl über Leinöl bis hin zu Senf-, Leindotter- und Hanföl. Um die Herkunft der Speiseöle für die Verbraucherinnen und Verbrauchern transparent zu machen, ist auf jeder einzelnen Flasche genau die Landwirtin beziehungsweise der Landwirt abgebildet, welche oder welcher die Ölsaaten für das darin enthaltene Öl geliefert hat. Zusätzlich enthält das Etikett die wichtigsten Informationen zu dem jeweiligen landwirtschaftlichen Betrieb.

Mohn von bayerischen Biobäuerinnen und Biobauern

Biomohnöl aus der bayerischen Oberpfalz ist ebenfalls etwas besonderes. Lange Zeit war es in Deutschland nur unter ganz strengen Auflagen möglich, überhaupt Mohn anzubauen. Doch inzwischen dürfen auch hier Landwirtinnen und Landwirte die morphinarme Blaumohnsorte Przemko anbauen. Dafür hat die Ölmühle von Christine Heist den Innovationspreis "Bayerns beste Bioprodukte 2016" geerntet. Die Mohnsamen stammen zu hundert Prozent von bayerischen Biolandhöfen aus der Öko-Modellregion Steinwald.

Auf besondere Speiseölsorten hat sich ebenfalls der Biohof Sander spezialisiert. Auf gut 50 Hektar baut Ingo Sander unter anderem Ölpflanzen wie Nachtkerze, Mariendistel, Öllein und Leindotter an. Daraus presst er in der hofeigenen Ölmühle hochwertige Speiseöle. Zusätzlich verarbeitet er dort Lein und Leindotter von anderen Biolandwirtinnen und Biolandwirten aus der Region. "Der entscheidende Faktor ist und bleibt die Qualität der Saat", erläutert der Ölmüller. Zudem brauche es, neben der entsprechenden Technik, eine geschickte Hand und Fingerspitzengefühl.

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