Tomaten zum Ausleihen

Wusstest du, dass nur drei Konzerne 66 Prozent des weltweiten Saatgutmarkts beliefern? Und dass diese drei Konzerne gleichzeitig zu den größten globalen Chemiekonzernen gehören? Sie handeln mit Hybrid-Saatgut, das ist Saatgut, das nur einmal funktioniert und nicht mehr von den Landwirten selbst vermehrt werden kann, sondern jedes Jahr neu gekauft werden muss.
Das hat zur Folge, dass Obst und Gemüse, das auf der Welt geerntet wird, immer gleichförmiger wird und die Sortenvielfalt drastisch zurückgeht. Übrig bleiben Sorten, die von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln der Chemiekonzerne abhängig sind. Der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt hilft, dem etwas entgegenzusetzen. Und wir alle können mithelfen.
Der Verein vermehrt und verschenkt samenfeste Sorten an Bibliotheken. Samenfeste Sorten lassen sich vermehren und sind in der Regel besser an unterschiedliche Boden-, Wetter- und Klimabedingungen angepasst. Wer mitmachen will, leiht sich beispielsweise ein Päckchen Tomatensamen aus, bekommt mit dem befüllten ein leeres beschriftetes Tütchen mit und sollte dann nach spätestens neun Monaten dieses Tütchen zurückgeben, gefüllt mit 25 Samen der nächsten Generation an Tomatensamen.
Die Aufgabe ist also, im Frühjahr die Tomaten zu säen, die Pflänzchen zu pflegen, Tomaten ernten und genießen und aus zwei oder drei der Tomaten neue Samen als Saatgut für die Rück- oder Weitergabe abzuzweigen. Ein zehnteiliger Newsletter des Vereins unterstützt mit Tipps und Informationen.