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Bedenkliche Inhaltsstoffe in Lippenpflege

10. März 2017
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Mode & Kosmetik

Gegen trockene Lippen hilft ein Fettstift. Weil konventionelle Lippenpflege häufig bedenkliche Inhaltsstoffe enthält, empfiehlt die Stiftung Warentest zertifzierte Naturkosmetik.

Die Warentester haben im Februar 35 Lippenpflegemittel untersucht. In jedem zweiten steckten bedenkliche Mineralöl-Substanzen, die man meiden sollte. In Lippenpflege sind diese Stoffe besonders bedenklich, weil sie von den Lippen abgeleckt werden. Laut Wissenschaftlichem Ausschuss für Verbrauchersicherheit (SCCS) schlucken regelmäßige Anwender im Jahr rund 20 Gramm Lippenstift.

In der Kritik stehen Mosh, Moah und Posh. Hinter den Abkürzungen verbergen sich chemische Bezeichnungen von Kohlenwasserstoffen, die in Mineralöl oder Kunststoffen vorkommen. Mosh bedeutet "Mineral oil saturated hydrocarbons",  Moah steht für für "Mineral oil aromatic hydrocarbons" und Posh für Polymer oligomeric saturated hydrocarbons.

Weil Mineralölprodukte ein beliebter Inhaltsstoff konventioneller Lippenpflege sind, sind solche Produkte besonders häufig betroffen. Eine andere Quelle kann der Herstellungsprozess sein, etwa eine Kontamination der Rohstoffe mit Maschinenteilen oder Schmierfetten.

Mosh und Posh gelten als riskant, weil sie sich im Körper anreichern können und man noch nicht genau weiß, was sie dort bewirken. Moah werden als noch gefährlicher eingestuft, die Europäische Lebensmittelbehörde Efsa hält einige für potentiell krebserregend.

In zertifizierter Naturkosmetik sind Rohstoffe aus der Erdölindustrie grundsätzlich verboten. Stiftung Warentest rät daher allen, die sichergehen wollen, zu einem kritischen Blick auf die Inhaltsstoffe um Mineralölrohstoffe zu enttarnen  - oder den Griff zu Naturkosmetik. Sechs der sieben Lippenpflegeprodukte mit Naturkosmetik-Siegel im Test waren einwandfrei. Der beanstandete Naturkosmetik-Fettstift enthielt sehr geringe Mengen an Mosh, die laut Warentest möglicherweise als Verunreinigung im Herstellungsprozess hinein geraten sind.

Hier geht es zum Test-Artikel in Warentest.